Ein Gästebett wird an ungefähr zehn Nächten im Jahr gebraucht. An den übrigen 355 steht es irgendwo herum.
Das ist der eigentliche Punkt, und er kommt in Produktbeschreibungen fast nie vor. Dort steht, wie groß die Liegefläche ist und wie dick die Matratze. Beides richtig, beides wichtig. Nur entscheidet keine dieser Zahlen darüber, ob das Bett am Ende wirklich benutzt wird — oder ob es im Keller landet, weil es nirgendwo hinpasst.
Die Zahl, auf die es ankommt, ist eine andere. Beim Gästebett GB110 sind es rund siebenunddreißig Zentimeter. So tief ist das Paket ungefähr, wenn das Bett zusammengeklappt an der Wand steht.
Zu den Zahlen in diesem Beitrag: Alle Maße sind Circa-Angaben und können fertigungsbedingt abweichen. Verbindlich sind allein die Angaben auf der jeweiligen Produktseite unter „Abmessungen".
Warum ausgerechnet die Tiefe
Zusammengeklappt misst das GB110 ungefähr 91 Zentimeter in der Breite, etwa 123 in der Höhe und eben rund 37 in der Tiefe. Die Breite ist unkritisch, die Höhe auch — beides passt fast überall hin. Aber die Tiefe entscheidet, wohin das Bett zwischen zwei Besuchen verschwindet.
Zum Vergleich: Ein Kleiderschrank ist üblicherweise 60 Zentimeter tief, eine Zimmertür 80 breit, eine Nische neben einem Schrank selten mehr als einen halben Meter. Mit knapp 40 Zentimetern passt das Bett hinter eine Tür, in eine Abseite, in den Spalt zwischen Schrank und Wand oder unter eine Dachschräge, an der ein Schrank längst anstoßen würde.
Wer schon einmal ein Klappbett gekauft und dann festgestellt hat, dass es zusammengeklappt so breit ist wie ein Sessel, weiß, warum das der Unterschied zwischen Nutzen und Ärgern ist.
Sehen, wie es zusammengeht
Der Faltvorgang ist schwer zu beschreiben und leicht zu zeigen. Deshalb haben wir ihn als 3D-Darstellung gebaut: vier Schritte vom aufgestellten Bett bis zum verstauten Paket, zum Abspielen oder zum Durchziehen im eigenen Tempo.
Was dabei passiert
Das Bett klappt nicht in der Mitte zusammen wie ein Buch. Es klappt nach oben: Kopf- und Fußhälfte schwenken jeweils um 90 Grad hoch und stehen am Ende senkrecht nebeneinander. Was am Boden bleibt, ist ein schmales Fahrgestell mit vier Rollen — und genau dessen Breite bestimmt die knapp 40 Zentimeter Tiefe.
Deshalb wird das Paket auch so hoch: Die rund 123 Zentimeter sind schlicht die halbe Bettlänge, aufgestellt. Ein Klappbett, das flach unters Sofa passt, gibt es nicht. Man kann sich aussuchen, ob das Paket flach und lang oder schmal und hoch wird. Bei einem zwei Meter langen Bett ist schmal und hoch die praktischere Wahl.
Die Rollen sind kein Zubehör
Ein zusammengeklapptes GB110 wiegt etwa 25 Kilogramm — Rahmen und Matratze zusammen. Das ist kein Gewicht, das man quer durch die Wohnung trägt, schon gar nicht ein zweites Mal.
Mit den kugelgelagerten Rollen schiebt man es stattdessen. Das klingt nach einem Detail und ist in Wahrheit der Unterschied zwischen einem Bett, das man tatsächlich hervorholt, und einem, vor dem man sich drückt. Wer regelmäßig Besuch hat und das Bett jedes Mal über einen Flur bewegen muss, wird das nach dem dritten Mal zu schätzen wissen.
Gästebett oder Notbett
Der Begriff Klappbett deckt zwei sehr verschiedene Dinge ab. Auf der einen Seite das Feldbett: Liegehöhe um die 30 Zentimeter, dünne Auflage, für eine Nacht in Ordnung. Auf der anderen Seite ein Bett, das man eine Woche lang benutzen kann, ohne dass der Gast es erwähnt.
Drei Angaben trennen das eine vom anderen:
- Liegefläche 90 × 200 cm. Das ist ein normales Einzelbettmaß. Normale Bettwäsche passt, ein normaler Erwachsener passt.
- Liegehöhe um die 50 cm. Etwa die Höhe eines Esszimmerstuhls. Man setzt sich hin und steht auf, statt sich hoch- und runterzuarbeiten. Für ältere Gäste ist das die entscheidende Größe.
- Eine echte Matratze. Kein Schaumstoffstück, sondern eine, die auf dem Rahmen liegt und dort bleibt.
Zwei Modelle, zwei Prioritäten
Wir führen zwei Gästebetten mit diesem Faltprinzip, und sie unterscheiden sich in genau dem, was den Käufern wichtig ist.
Das GB110 hat ein verstellbares Kopfteil — man kann darin sitzen, lesen, fernsehen. Und es ist mit rund 37 Zentimetern das schmalere Paket. Matratze etwa 10 cm, Bezug abnehmbar und waschbar.
Das GB100 hat eine Bonell-Federkernmatratze mit etwa 12 Zentimetern statt Schaumstoff und ein fest gepolstertes Kopfteil zum Anlehnen. Dafür ist das Paket mit ungefähr 45 Zentimetern rund acht Zentimeter tiefer.
Der Faltmechanismus arbeitet bei beiden nach demselben Prinzip, sieht im Detail aber unterschiedlich aus — das GB100 hat ein festes gepolstertes Kopfteil, das mit hochschwenkt:
Kurz gesagt: Wer wenig Platz zum Verstauen hat, nimmt das GB110. Wem der Liegekomfort über mehrere Nächte wichtiger ist, nimmt das GB100. Beide tragen bis etwa 120 Kilogramm und werden fertig montiert geliefert — es gibt nichts zusammenzubauen.
Das unscheinbarste Teil im Karton
Bei beiden liegt eine Staubhusse dabei. Das klingt nach einer Beigabe, die man beim Auspacken zur Seite legt.
Tu das nicht. Ein Bett, das elf Monate im Jahr offen in einer Abseite steht, sammelt genau das, was man in einem Bett am wenigsten haben will. Die Husse ist der Grund, warum das Bett beim nächsten Besuch nicht erst gelüftet werden muss.
Zurück zu den 355 Tagen
Ein Gästebett ist ein Möbelstück, das man nach dem wenigen beurteilt, was es tut — und nach dem vielen, was es nicht tut. Es soll bequem sein, wenn jemand darauf schläft. Und es soll den Rest des Jahres nicht im Weg stehen.
Das Erste steht in jeder Produktbeschreibung. Das Zweite steht in einer Zahl, die niemand hervorhebt: rund siebenunddreißig Zentimeter.
Alle Modelle findest du in unserer Gästebetten-Auswahl. Und wenn du dich fragst, wie oft so ein Bett im Lauf der Jahre eigentlich gebraucht wird, lies Ein Bett, viele Leben.
Unsicher, was zu dir passt?
Wenn du nicht sicher bist, welches der beiden Betten zu deinem Platz passt, miss die Nische aus und ruf uns an. Das geht schneller als jede Vergleichstabelle.


